Favoriten:

ShopZone   Forum   Hall of Fame   Wrestling Almanac  

Fr. 18.05.2012 - 15:44 Uhr
   
 
 
 

..:: zurück zum Newsboard ::..

Raven's Rant: Der "Brock Lesnar und das beste MMA-Wrestling der Welt"-Mythos

gepostet von Double F am 05.01.2012 um 10:07 Uhr

Ich - als bekannter "Nicht-Freund" von Brock Lesnar - möchte nach seinem Rücktritt vom MMA gerne den Mythos seines unschlagbaren MMA-Wrestlings aufgreifen und zudem einige seiner Attribute als MMA-Fighter analysieren.

Grundsätzlich geht es hierbei wie gesagt um Brock Lesnar's hochgelobte Wrestlingcredentials und deren Transfer ins MMA, sekundär um seine sonstigen Attribute als Fighter für die UFC und tertiär um weitere Einflüsse auf seine MMA-Karriere. Von daher zuerst einmal ein (kritisches) Round-up seiner MMA-Karriere:

Er begann im Jahre 2007 im Alter von 29 Jahren mit dem professionellem Training für das Mixed Martial Arts. Bekannt war er der breiten Masse auch über das MMA hinaus unter anderem durch seine Erfolge im College Wrestling (1999 NCAA-Zweitplatzierter und 2000 NCAA-Meister), von seinem kurzen aber nicht von Erfolg gekröntem Abstecher in die National Football League und dem japanischen und später amerikanischen Pro-Wrestling. Aus seiner Zeit in der WWE resultiert mit Sicherheit der größte Anteil seiner Popularität, seines Bekanntheitsgrades und auch seiner Persönlichkeit in der Öffentlichkeit, was gleichzeitig auch das Fundament seiner großen Drawing-Power im PPV-Markt und seines Marktwertes für die UFC darstellte.

Damit komme ich nun zu den einzelnen Fights seiner knapp 5 Jahre andauernden MMA-Karriere.


1. Fight: Min Soo Kim (2-5-0) am 2. Juni 2007 bei K-1 HERO's DYNAMITE!!

Zu Lesnar's Einsteig ins professionelle MMA gibt es grundsätzlich nicht viel zu sagen und zu analysieren. Mit Min Soo Kim bekam er als Tune-up Fight eine Can vorgesetzt, welche ihm nichts entgegenzusetzen hatte und schon nach kurzer Zeit nach Takedown und Ground and Pound von Lesnar via Strikes austappte. Für einen Tune-up Fight vollkommen okay. Im Hinterkopf muss allerdings behalten werden, dass dieser Fight für japanische Verhältnisse schon in Richtung "Freak-Fight" ging.

- Brock Lesnar via Submission (Strikes) in Runde 1

Kurz darauf vermeldete die UFC die Verpflichtung von Brock Lesnar für die UFC Heavyweight Division. Sein erster Gegner bei seinem UFC Debüt sollte der ehemalige Heavyweight-Champion Frank Mir sein.



2. Fight: Frank Mir I (10-3-0) am 2. Februar 2008 bei UFC 81

Lesnar's UFC-Debüt gegen Frank Mir Stand unter dem Stern großen Hypes und medialem Interesse. Die Veranstaltung erzielte mit diesem Fight als zweiter Main-Event zum HW-Titelkampf zwischen Tim Sylvia und Minotauro Nogueira knapp unter 600.000 PPV-Buys und landete damit unter den Top 5-Events im damaligen Zeitraum. Mir kam zu dieser Zeit von seinem schweren Motoradunfall knapp an der Sportinvalidität vorbei zurück und hatte seither einen Record von 2-2-0 mit Siegen über Dan Christison und Antoni Hardonk sowie Niederlagen gegen Marcio Cruz und Brandon Vera eingefahren. Nachdem Brock Lesnar und die Offiziellen der UFC sich darauf geeingit hatten das Lesnar grundsätzlich nur große Fights bestreiten will und letztilich dann auch soll war Frank Mir die zu diesem Zeitpunkt beste Wahl um ihn in die UFC zu integrieren. Mir's Verfasssung war zu diesem Zeitpunkt noch mit seiner Form vor dem Motoradunfall zu vergleichen, stylistisch allerdings hatte sich nicht viel verändert: BJJ Black Belt mit solidem Stand-up, unterdurchschnittlicher Cardio und dem Wrestling als größter Schwachpunkt. Zudem war Mir dafür bekannt unter Druck und Beschuss zu folden.

Der eigentliche Kampf verlief von Beginn an nach Lesnar's Plan: Ihm gelang der schnelle Takedown in die dominante Top-Position und bearbeitete Frank Mir mit schnellen Punches. Darauf folgte die kontroverse Szene dieses Fights, als Mir beim Versuch Lesnar zu sweepen einige Treffer zum Hinterkopf nehmen musste und Referee Steve Mazzagatti den Fight unterbrach um Lesnar eine Point Detuction zu geben. Der Fight wurde im Stand fortgesetzt und Lesnar gelang ein cleaner Knockdown durch einen rechten Haken als Konter gegen einen Leg Kick von Mir geschlagen. Lesnar ging hinterher und versuchte erneut sein Ground and Pound anzubringen, musste dabei aber zweimal Submissionattempts von Mir abwehren. Diese zwangen Lesnar dazu aufzustehen und ermöglichten Mir dadurch das anbringen der finalen Knee Bar, in welcher Lesnar austappen musste.

- Frank Mir via Submission (Knee Bar) in Runde 1

Der Fight zeigte im Bezug auf Brock Lesnar's Skills, dass er zu diesem Zeitpunkt noch sehr grün und unerfahren war - besonders im Bereich der Submissions. Seine Unerfahrenheit äußerte sich auch im zu wild und zu hastig angelegten Ground and Pound, welches zum  Foul und Punkteabzug durch Mazzagatti führte. Sein initialer Shoot zum Takedown zu Beginn des Fights und sein Positioning dagegen zeigten, dass er gutes Timing (nahezu perfekter Konter gegen einen halbherzigen Leg Kick von Mir) und gute Kontrolle aus der Top-Position heraus beherrschte. Letztlich muss ihm für diesen Fight auch zu Gute gehalten werden, dass er - solange der Fight dauerte - im Stand-up das bessere Ende gegenüber Mir hatte.

Meine heutige Sicht auf den Call von Mazzagatti rechtfertigt die Unterbrechung, wenn auch nicht den sofortigen Punkteabzug. Wie bzw. in welcher Position hätte der Fight eigentlich nach Regelwerk fortgesetzt werden müssen, wenn Mazzagatti Lesnar nur verwarnt hätte? Allein daran kann und müsste man festmachen ob Mazzagatti einen irregulären Einfluss auf den Verlauf des Fights hatte, denn wenn etwas an seiner Entscheidung nicht richtig war, dann war es die Point Deduction und nicht der Call an sich.

Grundsätzlich muss auch berücksichtigt werden, dass Lesnar mit etwas mehr Ruhe, Überlegung und auch Dominanz die Situation hätte vermeiden können. Sein Ground and Pound war zu dieser Zeit noch zu sehr geprägt von wilden, kurzen, schnell Punches um womöglich schnell eine Entscheidung zu erzwingen, was gegen Frank Mir noch nichteinmal die schlechteste Wahl gewesen ist. Ich finde nur, das Mazzagatti hinterher zum Opferlamm gemacht und geschlachtet wurde, da er zu dieser Zeit durch einige Upfucks sowieso einen schlechten Ruf hatte. Als dann auch noch Dana White und Brock Lesnar mit ihren Comments dazu auf den Bash-Train aufsprangen war es wohl einfach nur "cool" ein Mazzagatti-Hater zu sein - er zählt wohl zu den drei schlechtesten Referees welche die UFC je gesehen hat.



3. Fight: Heath Herring (28-13-0) am 9. August 2008 bei UFC 87

Ein knappes halbes Jahr später kehrte Lesnar ins Octagon zurück, sein Gegner in Form von Heath Herring war ein UFC/PRIDE/Vale Tudo-Veteran mit der Erfahrung von über 40 Fights. Herring kam nach dem Ende von Pride FC ebenfalls zur UFC, wo er einen Record von 2-2-0 mit Siegen über Brad Imes und Cheick Kongo und Niederlagen gegen Minotauro Nogueira und Jake O'Brien erreichte. Zu seinen besten Wins gehörten Cheick Kongo, Gary Goodridge und Igor Vovchanchyn, zudem Stand er unter anderem auch mit Fedor Emelianenko und Mirko CroCop im Ring.

Heath Herring's Basen für das MMA waren primär Sambo und Muay-Thai, obgleich er als Freestyle-Fighter in keinem Bereich sonderlich herausstach. Insgesamte war er ein solider und well-rounded MMA-Fighter, zu diesem Zeitpunkt nur schon weiter über seinen Zenit hinaus. Er feierte mit seinem UFC-Run gleichzeitig auch seinen Karriereabend. Ich meine mich erinnern zu können, dass Herring für den Fight gegen Lesnar gar aus dem Retirement zurückkam was durch Herrings körperliche Verfassung im Vergleich zu seiner Prime bestätigt werden kann. Für den Fight gegen Lesnar war er schlichtweg in mieser Verfassung - seine vorangegangenen Fights in der UFC deuteten diesen Trend bereits an.

Wenn eines für Herring's MMA-Karriere bezeichnend war, dann die Tatsache, dass er gegen jeden halbwegs kompetenten Ringer unterging und dominiert wurde. Dagegen glänzte er auf der anderen Seite meist gegen die Konkurrenten welche ihm ringerisch unterlegen waren, wozu auch seine drei genannten Top-Wins zählen. Grundsätzlich war hier also zu erwarten, dass man Brock Lesnar einen machbares Aufbaumatchup bieten wollte, um seinen Marktwert zu erhalten und ihm dringend benötigte Praxiserfahrung zu ermöglichen. Von daher war auch Heath Herring in dieser Situation eines der bestmöglichen Match-Ups welches joe Silva finden konnte. Nebenbei bemerkt erreichte etwas über 600.000 PPV-Buys mit Georges St. Pierre vs Jon Fitch als Headliner der Veranstaltung. Dazu hatte brock Lesnar in diesem Fight einen geschätzten Gewichtsvorteil von ca. 30 lbs.

Der eigentliche Fightverlauf ist in einigen wenigen Sätzen schnell und klar auf den Punkt gebracht: Lesnar landete zu Beginn des Fights eine schöne rechte Gerade, welche bei Herring zu einem gebrochenen Orbitalknochen führte und ihn zu einer Rolle rückwärts zwang. Ab diesem Moment bestand der Fight aus wresterlischer Dominanz und Ground and Pound seitens Lesnar's, welcher Herring bis zum Ende der dritten Runde nichts entgegenzusetzen hatte. Lesnar zeigte in diesem Fight erneut die Power in seinen Händen, dazu Cardio für drei Runden intensiven Bodenkampf, technische Verbesserungen in Bereichen des Ground and Pounds, seine gute Kontrolle aus dominanter Position und vor allem verbesserte Fightintelligenz. Am Ende gab es nicht die geringsten Zweifel wer diesen Fight dominiert und gewonnen hatte.

- Brock Lesnar via Unanimous Decison

Der Fight erfüllte seinen Zweck in allen Facetten und zeigte, zu was Lesnar im Stande ist wenn seine Opponenten seine Takedowns fürchten (Herring's Defensive war bei besagtem Knockdown non-existent) und er bestimmen kann wo und in welchem Tempo der Fight stattfindet.

Mit dem Sieg über das "Texas Crazy Horse" im Rücken promotete man Brock Lesnar anschließend zum #1 Contender für den HW-Titel, welcher zu diesem Zeitpunkt vom 45-jährigen UFC-Hall-of-Famer Randy "The Natural" Couture gehalten wurde. An dieser Stelle wurde offensichtlich, dass die UFC das monetäre Maximum aus der kurzen Zeit welche sie Brock Lesnar in ihrer Company haben würde herausholen wollte. Man musste frühstmöglichst damit beginnen Lesnar's Drawing Power auszuspielen. Selten zuvor gab es in der UFC einen vom sportlichen Wert her schwächer liegenden, vergleichbaren Titleshot, ironischerweise betrafen diese meist auch Randy Couture - allerdings in der Rolle des Herausforderers. Entweder entsprach die UFC HW-Division besetzungstechnisch auch zu diesem Zeitpunkt noch eher einem bis zum geht nicht mehr overhypten Wrack welcher jegliche glaubwürdige Contender fehlten oder man wollte mit Lesnar und dem Titel einfach die maximale Kasse machen. Die Entscheidung, warum man Lesnar an dieser Stelle mit einem Record von 2-1-0 (MMA) und 1-1-0 (UFC) ins Titlepicture katapultierte überlasse ich an dieser Stelle dem geneigten Leser.



4. Fight: Randy Couture (16-9-0) am 15. November 2008 bei UFC 91

Drei Monate später hatte die UFC einen ihre goldensten Tage ihrer Geschichte, man knackte mit UFC 91 und dem Titelkampf zwischen Randy Couture und Brock Lesnar zum zweiten Mal die Marke von über 1.000.000 PPV-Buys seit Gründung. Die Businessentscheidung mit Brock Lesnar direkt in die Vollen zu gehen machte sich erstmals in voller Entfaltung bezahlt.

Der Zeitpunkt hätte auch vom Matchup her nicht besser kommen können denn Couture war aus vielerlei Hinsicht der perfekte Champion für Lesnar in der Herausfordererrolle: Publikumsliebling, Hall-of-Famer, Legende, Held und Draw in einem. Couture, welcher sich über viele Jahre immer zwischen LHW- und HW-Division bewegte und dabei mehrfach die verschiedenen Championship-Titel gewinnen konnte, war zu diesem Zeitpunkt 45 Jahre alt und offensichtlich auf dem letzten ernsthaften Run seiner Profikarriere angekommen. Es war größtenteils der schwach besetzten HW-Division und einem weiteren geschenkten Title-Shot zu verdanken, dass Couture an dieser Stelle nochmal den Ruhm eines Champions genießen konnte. Seit seiner Titelverteidigung gegen Gabriel Gonzaga waren zu UFC 91 bereits fast 15 Monate vergangen, also durfte Ringrost - speziell im höheren Alter - auch mit ein Faktor für diesen Fight gewesen sein. Lesnar ging mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Gewichtsvorteil von ca. 60 lbs. in den Fight mit Couture.

Couture jedoch gestaltete den Fight mit Lesnar sehr ausgeglichen, tauschte Schläge mit dem wesentlich massiveren Lesnar aus und clinchte ihn gegen den Käfig. Lesnar ließ mit Kniestößen im Clinch eine weitere Weiterentwicklung von ihm aufblitzen, interessanterweise gelang es ihm jedoch vorerst nicht zu bestimmen wo der Kampf stattfinden würde. Nachdem Randy Couture die erste Hälfte der ersten Runde mittels seines Dirty Boxings™ gegen den Käfig kontrollierte und Lesnar seinen Willen aufzwang, konterte dieser mit einem Double Leg Takedown direkt in die Half Guard von Couture. Man hätte glauben können, dass ab diesem Moment der Wind in diesem Fight komplett drehen würde, dem war aber überraschenderweise nicht so. Im Gegenteil, Lesnar war trotz überwältigendem Gewichtsvorteil und seinen Credentials nicht in der Lage seine dominante Position auszuspielen und in effektiven Schaden umzumünzen. Stattdessen gelang es Couture gleich zweimal ohne Schaden genommen zu haben den Kampf wieder in den Stand zu bringen.

In Runde 2 gestaltete sich der Fight nur noch im Stand, teilweise im Clinch gegen den Käfig. Lesnar versuchte zwar auch in dieser Runde den Fight via Double Leg zu Boden zu bringen, Couture jedoch blockte diese Versuche inzwischen sogar mit relativer Leichtigkeit ab. Die zweite Runde lief für Couture besser als für Lesnar, bis dieser Couture mit einem soliden Punch hinter dem Ohr zu Boden knockte. Was dann folgte, war für mich einer der komischsten Momente in der Geschichte der UFC. Brock Lesnar versuchte mit wilden, schnellen und ultrakurzen (Forearm-)Punches aus der Side Control heraus die Stoppage zu erzwingen, was ihm letztlich auch gelang.

- Brock Lesnar via TKO (Strikes) in Runde 2

Die Darbietung dieser Stoppage gehört technisch für mich allerdings mit Keith Jardine's "Donkey Kong Punches"™ zu den erbärmlichsten Dingen die ich auf UFC-Championship-Level bis dato je gesehen hatte. Man sah Lesnar in dieser Situation einfach an, das ihm zum kompletten MMA-Fighter unheimlich viel abgeht. Abgesehen davon, dass der Fight wesentlich kompetetiver Verlief als sich das die Köpfe im MMA ausgemalt hatten, zeigte der Fight auch erstmalig das Lesnar's Wrestling definitiv nicht unsterblich gut ist. Im Gegenteil, mit einem so massiven Gewichtsvorteil im Rücken war das Gezeigte für das hochgelobte Wrestling von Lesnar eher ein schlechtes Urteil. Die beiden erfolgreichen Takedowns welche von Couture jeweils recht leicht wieder egalisiert werden konnten wurden durch Kraft und Explosivität erzielt, nicht wirklich durch Technik.

Nichtsdestotrotz verdiente sich Brock Lesnar mit diesem Sieg seinen Titel und seinen Eintrag in die Geschichtsbücher der UFC. Jetzt war die UFC am Drücker neue und vor allem glaubwürdige Contender für den neuen Champion zu finden, welche gleichzeitig auch noch gut vermarktbar waren.



5. Fight: Frank Mir II (12-3-0) am 11. Juli 2009 bei UFC 100

Zum Jubiläums-PPV und gleichzeitig erfolgreichsten Event der UFC aller Zeiten sollte es zum Rematch zwischen Brock Lesnar und Frank Mir um den UFC-Heavyweight-Titel kommen. Lesnar wollte seine bisher einzige Niederlage in der UFC vergessen machen und Rache für seine Debüt-Niederlage nehmen. Frank Mir's Trashtalk tat sein übriges und so hatten wir einen intensives und persönliches Matchup, welches von Rivalität und Feindschaft geprägt war. Die UFC erzielte mit der bis heute wohl aufwändigsten Card zu UFC 100 im MMA-Sport bisher unerreichte 1.600.000 PPV-Buys, unter anderem auch mit Georges St. Pierre gegen Thiago Alves um den WW-Titel und dem legendären KO-Sieg von Dan Henderson über Michael Bisping, welche die damalige TUF-Season coachten.
Nach seinem Sieg über Lesnar konnte Mir zwischenzeitlich einen ungefährdeten TKO-Sieg über Minotauro Nogueira einfahren und verdiente sich damit den Shot auf den HW-Titel. Mir kam mit 5 lbs. weniger als beim letzten Aufeinandertreffen aus den Weigh-Ins und ermöglichte Lesnar damit einen geschätzten Gewichtsvorteil von ca. 35 lbs.

Der Fight begann mit einem etwas verhaltenerem Lesnar im Stand, offensichtlich nicht auf den sofortigen Takedown bedacht wie im ersten Fight gegen Mir. Nach dem ersten, kurzen Schlagwechsel zum Clinch versuchte sich Mir an einem sehr optimistischen Leg Lock-Versuch aus einer Rolle heraus, gab die Position auf und ermöglichte Lesnar die Top-Position aus der Half Guard heraus. Den Rest der Runde kontrollierte Lesnar seinen Gegner am Boden, egalisierte Mir's BJJ vollständig und landete viel gute Strikes. Mir hatte zum Ende der Runde 1 schon einigen Schaden genommen und sah gezeichnet aus.

In Runde 2 shootete Brock schnell zum Takedown und brachte Mir zu Fall, verlor aber die Position und musste Mir sofort wieder aufstehen lassen. Mir landete einige Treffer mit einem Flurry von Punches und einem Kniestoß, welcher Lesnar dazu veranlasste Mir gegen den Käfig zu clinchen. Mir witterte Morgenluft und launchte einen eingesprungenen Kniestoß, welcher Lesnar rockte. Lesnar jedoch zeigt ausgezeichneten Instinkt, nutzte Mir's übermütigen Sprung aus und brachte ihn zu Boden. Lesnar erholte sich schnell, verbesserte seine Position und drückte Mir in den Käfig. Von diesem Moment an hatte Mir seinem Gegner nichts mehr entgegenzusetzen, denn Lesnar pickte seine Shots, ermöglichte Mir nicht die geringste Chance zur Flucht und ließ harte Punches folgen. Nach etlichen harten Treffern musste Herb Dean einschreiten und callte den TKO gegen Frank Mir.

- Brock Lesnar via TKO (Punches) in Runde 2

Dieser Fight war mit Sicherheit der Höhepunkt von Brock Lesnar's UFC-Karriere. Er bekam Rache für seine Debüt-Niederlage, zeigte seinen bis dahin sicherlich besten Fight für sein Skillset und verteidigte seinen HW-Titel zum ersten Mal. Frank Mir machte in diesem Fight zweimal den Fehler mit übermütigen Aktionen die Position aufzugeben und Lesnar zu ermöglichen seine Stärken auszuspielen. Mit Lesnar on top entwickelte sich der Fight zum einseitigen Beatdown, da dieser aus der dominanten Position heraus exzellent und bedacht agierte, seine Shots pickte und durchweg gut landen konnte. Im Hinterkopf gilt für später zu behalten, wie die Takedowns zu Stande kamen, aber dazu wie gesagt später mehr. Als nächster Gegner für Lesnar wurde Shane Carwin auserkoren, das Aufeinandertreffen der beiden musste allerdings aufgrund von pfeifferschen Drüßenfieber bei Lesnar bis zum 3. Juli 2010 verschoben werden.



6. Fight: Shane Carwin (12-0-0) am 11. Juli 2009 bei UFC 116

Mit Shane Carwin bekam Brock Lesnar zum ersten Mal einen Herausforder, welchem er physisch nicht meilenweit überlegen war. Der bis dato part-time MMA-Fighter Carwin hatte einen Background im Wrestling und war bekannt für seine unglaubliche Schlagkraft. Bis zu diesem Fight war er ungeschlagen im MMA und finishte alle seine Gegner in Runde 1. Mit dem vielbeworbenen Fight dieser beiden Juggernauts erzielte man mit UFC 116 etwas über 1.150.000 PPV-Buys, woran man gut sehen kann wie sehr Lesnar's Drawing Power sich in der UFC entfaltet hatte, vor allem seit er im Title Picture stand.

Der Fight selbst lief für Lesnar zuerst alles andere als gut. Carwin war ihm im Stand überlegen und rockte Lesnar mit einem Punch. Lesnar konterte instinktiv mit einem stürmischen Double Leg, doch Carwin stuffte den Takedown, wandelte ihn beinahe in einen Hüftwurf und rockte Lesnar auf dem Weg zurück in den Stand erneut mit Punches. Lesnar turtelte gegen den Käfig und Carwin ging für das Finish hinterher. Lesnar verteidigte sich am Boden verzweifelt und wild mit den Beinen um Distanz aufzubauen, doch als Carwin ihn mit einem Knie auf der Brust praktisch aus einer Side Control heraus mountete und Punches regnen ließ, blieb Lesnar praktisch nur noch die Doppeldeckung übrig. An dieser Stelle macht Carwin den beinahe amateurhaften Fehler, seine Shots nicht zu picken wie Lesnar es in Mir II tat, sondern punchte sich über 3 Minuten an Lesnar's Deckung komplett aus. Lesnar überlebte den Sturm und schaffte es am Ende der Runde sogar wieder auf die Beine und clinchte die Uhr am Käfig herunter.

Carwin fiel cardiotechnisch in ein riesiges Loch und konnte sich in der kurzen Pause nicht erholen. In Runde 2 landete er sogar nochmal einen soliden Treffer, bevor Lesnar erneut in den Wrestling-Mode switchte und Carwin diesesmal praktisch ohne Gegenwehr via Double Leg zu Boden brachte. Am Boden konnte Lesnar zwar keine Treffer anbringen, verbesserte seine Position gegen einen hilflosen und völlig ausgepumpten Gegner und setzte den entscheidenen Arm Triangle Choke zum Sieg an.

- Brock Lesnar via Submission (Arm Triangle Choke)

Dieser Fight stellt - obgleich eine erfolgreiche Titelverteidgung - für mich den Wendepunkt in Lesnar's Karriere dar. Einerseits zeigte Lesnar hier großes Herz, Durchhaltevermögen, Cardio, Fight IQ und Submissionskills, andererseits bewies Shane Carwin wie auch schon Randy Couture, dass Lesnar sehr abhängig von seinen Gegnern ist. Den Fight verlor Shane Carwin letzlich mehr als Brock Lesnar ihn gewonnen hatte, ohne Lesnar jetzt jeglichen Respekt für die oben angesprochenen Attribute absprechen zu wollen. Man darf auch nicht vergessen das Lesnar einen krankheitsbedingten Lay-off hinter sich hatte.



7. Fight: Cain Velasquez (8-0-0) am 24. Oktober 2010 bei UFC 121

Nur etwas mehr als drei Monate später erhielt einer der Rising Stars der Division in Person von Cain Velasquez den nächsten Shot gegen Brock Lesnar. Als starker Puncher mit Wrestling-Background, sehr guter Cardio und dazu noch Mobilität galt Velasquez als Favorit für diesen Fight, nachdem er bisher ungeschlagen blieb und 7 von 8 seiner vorherigen Gegner durch Punches vorzeitig finishte. Mit UFC 121 durchbrach man außerdem zum bisher letzten Mal die magische Schallmauer von 1.000.000 PPV-Buys, die Veranstaltung läutete im Hinblick auf die zukünftigen Buyrates ein Abflachen des UFC-Booms ein.
Velasquez ging mit 245 lbs in den Fight, gab also schätzungsweise 35 lbs. gegenüber Lesnar auf.

Die Geschichte des Fights ist relativ schnell erzählt: Lesnar bullrushte Velasquez initial für den schnellen Takedown, scheiterte aber und launchte einige Kniestöße um einen erneuten Takedown vorzubereiten. Velasquez konnterte mit guten, kurzen Punches und brachte wieder etwas mehr Distanz in den Fight. Gegen den Käfig folgte ein kurzer Schlagabtausch und ein Flurry von Velasquez, unter welchem Lesnar zum Double Leg Takedown wegtauchte. Velasquez jedoch nutzte Butterfly Guard und Wrist Control um mit Leichtigkeit sofort wieder auf die Beine zu kommen. Lesnar versuchte sofort wieder via Single Leg den Kampf auf den Boden und switchte gegen den Käfig zum Double Leg und mühte sich über eine Minute ab bis es ihm gelang den Takedown zu vollenden. Velasquez jedoch beeindruckte erneut indem er innerhalb von Sekundenbruchteilen und Leichtigkeit wieder auf die Beine kam und mit starker Technik dem Griff von Lesnar entkam. Velasquez bereitete seinerseits mit zwei Jabs und einem Feint einen Single Leg Takedown vor und übernahm Kontrolle über Lesnar's Rücken. Velasquez deckte ihn daraufhin mit Punches ein, was Lesnar zwang einen Ausreissversuch zu unternehmen. Velasquez landete gegen den Käfig dann ein gute Kombination und einen zerstörischen Kniestoß an Lesnar's Kopf, welcher Lesnar zu Boden schickte. Velasquez ging hinterher, pickte seine Shots, punchte aus verschiedenen Winkel zum Kopf und Körper von Lesnar, platzierte sein Knie auf Lesnars Oberkörper und weichte seine Deckung auch mit einem möglichen Kimura-Attempt auf. Lesnar verscuhte verzweifelt wieder auf die Beine zu kommen, wurde aber im Erfolgsfall durch weitere Punches von Velasquez erneut zu Boden geschickt. Velasquez übernahm dann Side Control und finishte Lesnar mit Punches aus der Side Control heraus.

- Cain Velasquez via TKO (Strikes) in Runde 1

Joe Rogan sagte in diesem Fight einen absolut zutreffenden Satz: "This is not Shane Carwin." Cain Velasquez fightete den Blueprint eines Fights wie man Brock Lesnar besiegt: Den frühen Takedown vermeiden bzw. egalisieren, Lesnar im Stand-Up rocken und wenn man ihn am Boden hat methodisch und mit Kalkül auseinandernehmen. Als klar war das es Lesnar auch in diesem Fight nicht gelingen würde zu bestimmen wo der Fight stattfindet, da sein Wrestling oder viel eher seine Physis allein nicht ausreicht seinen Gegner zu kontrollieren und am Boden zu halten, kristallisierte sich schnell heraus das Velasquez kurzfrisitg die Oberhand gewinnen würde. Velasquez fightete einen nahezu perfekten Fight und sicherte sich verdientermaßen den HW-Titel. Lesnar verkündete im Post-Fight Interview schnell wieder zurückkommen zu wollen, wurde allerdings durch die bekannte Diverticulitis-Erkrankung erneut längerfristig außer Gefecht gesetzt.



8. Fight: Alistair Overeem (35-11-0) am 30. Dezember 2011 bei UFC 141

Brock Lesnar feierte seine erneute Rückkehr ins Octagon zuletzt gegen den Holländer Alistair Overeem, welcher auf eine Erfahrung von fast 50 MMA-Fights und zahllose K-1/Kickboxing-/ADCC-Kämpfe zurückgreifen konnte. Overeem, welcher sich bereits bei Pride FC in den mittleren Gewichtsklassen einen Namen gemacht hatte, dabei gegen Top Competition aber meist nach fulminantem Beginn und Dominanz seine Fights verlor, entschied sich im Jahre 2007 nach einer short-notice Niederlage gegen Shogun Rua endgültig für einen Wechsel in Schwergewicht, wo er sich nicht mehr bis zum Nahtoderlebnis abkochen musste um das Gewichtslimit zu schaffen. Über die letzten Jahre baute Overeem in der höchsten Gewichtsklasse dann einen MMA-Record von 11-1-0-1 auf und gewann unter anderem die HW-Titel von DREAM und Strikeforce. Zu seinen größten Siegen zählen dabei Fabricio Werdum, Mark Hunt, Paul Buentello und Brett Rogers. Nebenbei wurde er im Jahr 2010 mit Siegen über Tyrone Spong, Gökhan Saki und Peter Aerts auch K-1 WGP HW-Champion.

Im Vorfeld wurde Overeem von der Masse des MMA-Publikums als Underdog gehandelt, basierend auf drei Eindrücken: Fragwürdige Takedowndefense durch fehlende Wrestlingbase, zweifelhafte Cardio und fehlendes Herz bzw. Durchhaltevermögen unter Druck. Zusätzlich gab es Gerüchte über mögliches Doping durch verspätete Drogentests und Ablenkungen aufgrund eines Krankheitsfalles in der Familie. Durch die Tatsache, das auch Lesnar von einem langen Lay-off, einer vernichtenden Niederlage und schwerer Krankheit zurückkam sollte also ein kompetetiver Fight garantiert zwischen zwei echten Heavyweights garantiert sein - doch es kam alles ganz anders.

Lesnar entschied sich, die meiste Zeit des Kampfes im Stand auszutragen und sein einziger, wenn auch recht halbherziger Takedownversuch wurde von Overeem leicht abgewehrt. Der Holländer hingegen punishte Lesnar mit Kniestößen und Kicks zum Körper vom Lesnar und finishte den Fight nach einem brutalen Tritt zur Leber von Lesnar mit Punches zum TKO-Sieg.

- Alistair Overeem via TKO (Punches) in Runde 1

Brock Lesnar erklärte anschließend im Post-Fight Interview seinen Rücktritt vom MMA; den Rest wird die Zukunft zeigen. Lesnar's Vorstellung gegen Overeem war wohl sein schwächster Auftritt im UFC-Octagon. Gegen einen Alistair Overeem in seiner aktuellen Verfassung zu verlieren ist sicherlich keine Schande, aber für den letzten Fight eines Ex-Champion war das nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Auch bleibt leider ein fader Beigeschmack am bisweilen letzten UFC-Fight von Brpck Lesnar hängen, denn es erinnerte ein wenig an Mirko CroCop welcher am Ende offensichtlich nur noch für die Paychecks ins Octagon kam.



Nach diesem nun doch etwas ausführlichen Rückblick auf die einzelnen Fights von Brock Lesnar's MMA-Karriere möchte ich nun auf meinen Hauptbeweggrund dieses Review kommen.

"Brock Lesnar's (MMA)-Wrestling was a myth."

In den Stunden nach Overeem's Sieg über Lesnar und dessen Rücktritt vom MMA gab es etliche - zum Teil verzweifelte - Hardcore-Fans, welche Lesnar das beste Wrestling im MMA bescheinigten. Mal davon abgesehen das jemand wie z.B. Daniel Cormier damals wie auch heute wrestlerisch mit Brock Lesnar den Boden wischen würde gilt es vielleicht noch etwas im Bezug auf Lesnar's College-Wrestling aufzuklären:

Brock Lesnar ist ein "Freak of nature". Gesegnet mit unglaublciher Physis, Athletik und Genetik basierte der Großteil seines Erfolges bezüglich NCAA auf den Attributen von Kraft und Power. Stephen Neal hat Lesnar im NCAA Heavyweight Championship 1999 mit brillianter Technik überflügelt. Im Folgejahr wäre Lesnar dann sogar daran gescheitert das Gewichtslimit zu schaffen, die NCAA jedoch hob das Gewichtslimit kurzerhand um 10 lbs. an um Lesnar überhaupt die Teilnahme zu ermöglichen. Das diese Maßnahme zum riesigen Vorteil für Lesnar gewesen ist und sein NCAA-Titelgewinn im HW(+) im Jahre 2000 damit zu einem Großteil auch begründet werden muss ist selbsterklärend. Lesnar's 106-5 Record im Amateur-Wrestling kam ebenso größtenteils durch seine pure körperliche Überlegenheit zu Stande und nicht weil er das fleischgewordene Wrestlingbeast ist.

Wenn man heute Jon Jones' Siege diskreditiert, da er ja gegen jeden Gegner einen Reichweiten- und Größenvorteil hat dann muss man andersherum ebenso diese Umstände berücksichtigen wenn es um Brock Lesnar geht.

Den dahingehend verblendeten Anhängern von Brock Lesnar kann ich am Ende nur die Illusionen rauben: Von Lesnar's wrestlerischen Credentials hat sich ins MMA kaum etwas und auch nur dann etwas übertragen, wenn er auf Leute traf die entweder keine Wrestlingbase hatten oder zu Tode erschöpft gewesen sind. Sein technisches Wrestling war nicht nur zu NCAA-Zeiten schon fragwürdig sondern schlug vor allem im MMA praktisch nie durch. In seiner UFC-Karriere erzielte er die meisten seiner Takedowns durch Instinkt, Timing und rohe Gewalt und nicht mit Technik. Lesnar's Problem war auch meist nicht, dass er seine Gegner nicht zu Boden bekam (obgleich jeder kompetente Wrestler ihm dabei schon Probleme bereitet hatte) sondern vielmehr sie bis auf Heath Herring und Frank Mir nicht dort halten konnte. Ab da stand Lesnar mal abgesehen vom Punch gegen Couture auf verlonerem Posten. Im Stand-Up konnte er aus all den Vorzügen seines Körpers eben keine Vorteile mehr ziehen und vier Jahre Training an seinem Punkt des Lebens sind einfach zu wenig Zeit um sich entsprechend und in allen Facetten auf die Weltelite eines solchen Sports vorzubereiten. Solche Camps lassen sich auch mit Geld nicht kaufen.

Wie kam es nun aber dazu, dass so viele Fans dieser Illusion verfallen sind und Brock Lesnar dennoch einer der erfolgreichsten HW-Champions der Geschichte wurde? Hier die drei wichtigsten Punkte, auf welche Lesnar als Fighter keinen Einfluss hatte:

1. Die UFC-Heavyweight Division: Die Division war schon immer das Sorgenkind der UFC. Keine Konstanz, in der Tiefe dünn besetzt und oft von Verletzungen geplagt. Der Aufbau von neuen Stars oder Contendern gestaltete sich grundsätzlich schwierig, weil es sie nicht gab. Zudem hatte die Konkurrenz über die Jahre bis zum Merge von Pride FC und kürzlich Strikeforce mit der UFC einen großen Teils des restlichen Star- und Talentpools in Beschlag.

2. Brilliantes Matchmaking der UFC: Die Geschichte von Brock Lesnar in der UFC ist das absolute Meisterstück und die bisher größte Glanzleistung von Dana White, Joe Silva und den Fertitta-Brüdern wenn es darum geht einen Fighter an die Spitze zu führen. Man hatte bis zu Lesnar's Peak um Lesnar vs Mir II zu jeder Zeit den passenden und stylistisch geeigneten Gegner parat. Ich würde locker so weit gehen, dass die Art und Weise wie man Lesnar eingesetzt hat noch weit über die Qualität der Bildung des Legendenstatus von Chuck Liddell hinausgeht, welcher bekanntlich der wahrscheinlich größte Poster-Boy der UFC gewesen ist.

3. Glück: Das z.B. Randy Couture zu dieser Zeit der Champion war und die Kerze quasi schadlos an Lesnar weitergeben konnte war ein glücklicher Zufall im perfekten Augenblick. Niemand würde sich über dieses Matchup beschweren, die Gründe dafür sind teilweise im Fight Review schon aufgeführt worden: Lesnar und Couture drawten gute PPV-Buys, Captain America himself war der Inbegriff von geschenkten Title-Shots und einen Couture-Fight kritisiert man in den USA schon gleich gar nicht. Außerdem ist es aus meiner Sicht als glücklich einzustufen, dass mit Blick auf die Fights gegen Mir II oder Carwin die Wendepunkte im Fight zumeist durch schwere Fehler seiner Gegner begünstigt wurden.

Ich denke es war die richtige Entscheidung von Lesnar nach dem Fight gegen Overeem abzutreten. Erstens die Geschichte mit seiner Diverticulitis, zweitens die Tatsache das eine weitere Entwicklung auf seiner Seite auch dadurch unterbunden werden würde und sonst auch nicht zu sehen war und drittens dürfte auch ein großter Teil seines Mythos und Hypes mit der Niederlage gegen Overeem gestorben sein. Hatte man im Fanlager von Lesnar nach Carwin und Velasquez noch die Kriegstrommeln angeschlagen und das Argument der vorhandenen Wrestlingerfahrung seitens dieser Gegner gebracht, so zog dieses bei Overeem nun einfach nicht mehr.

Im Vorfeld dieses Kampfes gab es unheimlich viele Predictions in amerikanischen und auch deutschen MMA-Foren, welche im Endeffekt so aussahen:

- "Overeem has no takedown defense and cardio, He can't wrestle with Brock and when Lesnar shoots and takes him down he will maul/destroy/rape/fuck up Overeem."

- "Brock by KTFO in round 1. Overeem has a glass jaw."

- "Overeem will gas as soon as Brock gets a hand on him. Lesnar wrestlefucks him prison style."

Gerade für Lesnar's überhyptes MMA-Wrestling ist die Niederlage gegen Overeem der Todesstoß. Ein Kickboxer ohne Wrestlingbase wird vom "weltbesten Wrestler im MMA" (laut Lesnar's Fanbase) weder am Boden dominiert noch überhaupt zu Boden gebracht und stattdessen ins Retirement gekicked. Warum? Weil Overeem einer der Fighter ist welcher zumindest die gleiche Physis und vor allem null Respekt für Lesnar's Striking mitbrachte. Lesnar kam nichtmal dazu Takedowns vorzubereiten und hat den telegraphierten Shoot von außen gerade wegen der Kniestöße vermieden, welche ihm bis zum Liverkick schon ordentlich zugesetzt hatten.

Nichtsdestotrotz muss man Brock Lesnar für das Erreichte gebührlichen Respekt zollen. Er kam als Greenhorn mit nichts als kompetetiver Erfahrung aus dem NCAA-Wrestling und einem Körper mit seltenen Attributen in einen Sport, welcher Lücken und Fehler normalerweise gnadenlos bestraft. Er überwand zwei schwerwiegende Krankheitsfälle, zeigte Herz und Emotionen, erreichte mehr als vermutlich jeder je von ihm erwartet hätte und verhalf einem großartigen und interessanten Sport eine neue Stufe der Popularität zu erreichen. Auf seine Antics bin ich den Reviews mit Absicht nicht eingegangen, da diese früher oft genug diskutiert wurden und nicht zuletzt auch dazu beitrugen Aufmerksamkeit und Publicity zu erzeugen. In eigener Sache muss ich allerdings sagen, dass er nach UFC 100 und sicherlich auch durch die Erfahrungen mit seinen Krankheiten eine bessere und akzeptablere Persönlichkeit entwickelt hat. Es steht außer Frage das auch Onkel Fester (Anm. d. Redaktion: Dana White) dort sicherlich seine Finger im Spiel gehabt haben wird, aber grundsätzlich hat sich Lesnar zuletzt zu einem Fighter gewandelt, der in der UFC HW-Division genauso fehlen wird, wie in der Kasse der UFC.

In diesem Sinne wünsche ich Brock Lesnar viel Gesundheit und alles Gute für die Zukunft, wohin sie ihn auch führt. Farewell, Brock!



Vielen Dank an TheRaven666 vom Peoplesboard!!

Follow me at Twitter http://twitter.com/wwf4ever_de




Aktuelle Meldungen
[TNAW] Brooke Hogan unterzeichnet Vertrag / Gunner & Earl Hebner mit Vertrags...
[TNAW] Breaking News: IMPACT Wrestling ab dem 31.05.2012 jeden Donnerstag ...
[TNAW] Anthony Nese verlässt TNA / Probleme zwischen TNA und Ric Flair / AJ S...
[WWE] Cover und Kurzfassung der neuen Undertaker-DVD
[WWE] Update zu Mark Henry / 1000. Ausgabe von RAW

...schon dabei? Unser großes Diskussionsforum www.peoplesboard.de


Nach oben  -  Zu Favoriten hinzufügen  -  Kommentar abgeben / Forum besuchen
Was war früher?
Vor 15 Jahren am 18.05.1997:
WCW Slamboree 1997 fand statt. Steven Regal besiegte Último Dragón und wurde neuer WCW World Television Champion. Im Main Event konnten Kevin Greene, Ric Flair & Roddy Piper ein Six Man Tag Team Match gegen The nWo (Kevin Nash, Scott Hall & Syxx) gewinnen.

 
www.peoplesboard.de
WWE Steckbrief: CM Punk
Forum: Locker Room
Others Steckbrief: Batista
Forum: Locker Room
Tippspiel Europacup 11/12
Forum: Sport Forum
WWE News and Notes
Forum: WWE
WWE-DVD Sammelthread - Neuverö...
Forum: WWE

... schon dabei?

ROHWORLD.com

Umfrage
Was ist eure Meinung zur aktuellen Dopingdiskussion im MMA?

Wir brauchen bessere Kontrollen und mehr unangekündigte Tests.
Die Ärzte und Trainer sind viel zu geschickt. Man kann kaum etwas dagegen tun.
Im MMA wird doch schon besser getestet als in den meisten anderen Sportarten.
Mir ist das egal. Ich habe kein Problem mit Doping.
Die Tests sind gut, aber Tricks wie die Testosterone Replacement Therapy gehören verboten.

Ergebnis


Bookmark and Share

Vergleich für die Rechtsschutzversicherung

Rechtsschutzversicherung kostenlos bei

twitter

WWF4ever.de - Professional Wrestling & Mixed Martial Arts

Wirb ebenfalls für deine Seite






© 2000 - 2012 WWF4ever.de - Impressum - User online: 22
WWF4ever.de ist eine private Wrestlinghomepage von Fans für Fans

Alle hier veröffentlichten Beiträge und Statistiken wurden exklusiv für diese Internetseite WWF4ever.de geschrieben. Jegliche Verbreitung und Veröffentlichung (wenn auch auszugsweise oder verändert) ist ohne schriftliche Zustimmmung von WWF4ever.de untersagt.