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Souljackers Ultimate Classics
UFC 1 – The Beginning
Hier also mein Review #1 – der Ultimate Classics. Im Laufe der Zeit werde ich Reviews zu den alten UFC Shows verfassen und was liegt da wohl näher als mit UFC-1 – The Beginning anzufangen. Für Anregungen, Kritik oder Vorschläge bin ich natürlich immer offen, ob per PM oder Posting am Board.
UFC 1 wurde am 12.November 1993 via PPV übertragen und später als Home Video vertrieben. Es war der erste Event den die UFC produzierte. Als Arena wurde die McNichols Arena in Denver Colorado auserkoren und ganze 2800 Fans wohnten dem Spektakel bei. Auf dem Programm stand ein 8-Men-Tournament bei dem der Sieger die stolze Summe von 50.000$ einstreichen konnte.
Der Event wurde u.a. von Rorion Gracie organisiert und entpuppte sich erst bei genauerer Betrachtung als Werbeveranstaltung für Gracie Jiu Jitsu. Dem amerikanischen Publikum (das in Zweifel keinerlei Ahnung hatte, wie Real-Fights verlaufen) sollte bewiesen werden, das BJJ aus dem Hause Gracie jeder anderen Kampfsportart überlegen sei. Dazu setzte Rorion seinen Bruder Royce im Teilnehmerfeld ein um vor dem Publikum einen Schockeffekt zu erzielen. Royce war keine imposante Erscheinung. Er war durchschnittlich groß, nicht übermäßig durchtrainiert aber natürlich auf dem Boden dem restlichen Teilnehmerfeld um Welten überlegen. Und darauf bauten die Gracies, die mit diesem Schritt einen riesigen Push erhielten und Royce zur Legende machten.
Teilnehmer des 8-Men-Tournament mit ihren dazugehörigen Fight-Styles:
- Gerard Gordeau (Savate)
- Teila Tuli (Sumo)
- Kevin Rosier (Kickboxing)
- Zane Frazier (Karate)
- Royce Gracie (Gracie Jiu Jitsu)
- Art Jimmerson (Boxing)
- Ken Shamrock (Shootfighting)
- Patrick Smith (Kickboxing)
- Jason De Lucia (Alternate)
Durch das Programm führten Bill „Superfoot“ Wallace, der wahrscheinlich schlechteste Kommentator aller Zeiten, Kathy Long (5 Fache- Kickboxweltmeisterin), und der meistens ebenfalls meist unerträgliche Jim Brown (Fullback der Cleveland Browns in den 60er Jahren). Besonders Letzteren sollte man nochmals hervorheben, denn seine Querverweise zwischen MMA und American Football sind so dermaßen mies, das man manchmal Mike Goldberg um den Hals fallen könnte aufgrund dessen gigantischem MMA-Wissensfundus.
Kommen wir aber nun zu den Fights beginnend mit dem ersten Viertelfinale:
- Quarterfinal Fight:
Gerard Gordeau vs. Teila Tuli
Der erste Live-Fight der UFC-Geschichte ist sehr schnell erzählt und blieb deutlich hinter seinen Erwartungen zurück. Der 210 Kg schwere Tuli verfolgt Gordeau durch das Octagon und verpasst es ihn festzuhalten. Stattdessen landet er auf seinen Knien am Rand des Octagons und glotzt Gordeau nur an. Der Ex-Weltmeister in Savate, Gordeau lies sich nicht zweimal bitten und verpasste Tuli einen Kick mitten ins Gesicht und setzt mit einer Rechten nach. Teila Tulis Zahn flog direkt aus dem Octagon und er beginnt stark zu bluten. Der Referee hat keine andere Wahl als den Kampf abzubrechen.
Gerard Gordeau besiegte Teila Tuli durch TKO (Referee Stoppage) (0:33)
- Quarterfinal Fight:
Kevin Rosier vs. Zane Frazier
Hier haben wir mal einen interessanten Style-Vergleich, denn hier wurde der Vergleich zwischen Kickboxing und Karate gezogen. Der Fight blieb durchweg im Standup. Nach knapp 4 Minuten presst Rosier, Frazier ans Octagon und lässt eine Schlagsalve folgen. Frazier geht zu Boden und Rosier setzt zwei Stomps an den Kopf nach. Fraziers Ringecke entschließt sich das Handtuch zu werfen und schon war der Kampf nach 4:18 Minuten auch schon wieder vorbei.
Kevin Rosier besiegte Zane Frazier durch KO (Towel throw) (4:18 )
Hier sollte man nochmals Bill Wallace ansprechen, der zu diesem Zeitpunkt erklärt, das die Stomps und Schläge von Rosier nicht schmerzhaft aussahen und das Frazier müde wurde und aufgegeben hätte. Wallace war als Kommentator schlichtweg kaum zu ertragen!
- Quarterfinal Fight:
Royce Gracie vs. Art Jimmerson
Jetzt wurde es also Zeit den Star zu präsentieren. Royce Gracie betrat das Octagon zum ersten Mal. Hier wurde dann auch den neutralen Beobachtern bewusst, das dieser Event eine reine Werbeveranstaltung für Gracie Jiu Jitsu darstellte.
Royce Gracie traf auf Art Jimmerson, einen reinen Boxer der danach auch nie wieder im MMA antrat und diesen Fight mit einem Boxhandschuh bestritt (!). Der Fight ist schnell erzählt. Gracie eröffnet den Fight mit einigen Low-Kicks, bringt Jimmerson zu Boden, schafft die Mount-Position und bringt ihn via Choke recht unspektakulär zum tappen. Anmerken sollte man vielleicht noch den miserablen Referee, der beim Tapout nicht dazwischen ging, sondern sich von Royce erst erklären lassen musste, was ein Tapout bedeutet bevor er dann endlich einschritt.
Royce Gracie besiegte Art Jimmerson durch submission (Rear Naked Choke) (2:11)
- Quarterfinal Fight:
Ken Shamrock vs. Patrick Smith
Mit Ken Shamrock betrat nun einer der erfahrensten Fighter das Octagon. Er hatte sich vorher bereits durch seine Erfolge bei der japanischen Promotion Pancrase einen Namen gemacht und galt neben Royce Gracie als Favorit auf den Titel. Patrick Smith war ein Kickboxer mit keinerlei Groundwork, was ihm hier auch zum Verhängnis wurde.
Shamrock gleich am Anfang des Fights mit dem Shoot-In und landet in Patrick Smith Guard. Wenn Smith Submissionerfahrung gehabt hätte, hätte er vermutlich den Fight sogar gewinnen können. So konnte Shamrock sich allerdings retten und setzte umgehend einen Heel hook an. Smith musste aufgeben.
Ken Shamrock besiegte Patrick Smith durch submission (Heel hook) (1:51)
Das Halbfinale war also nun komplett und hatte folgende Paarungen zu bieten:
- Gerard Gordeau vs. Kevin Rosier
- Royce Gracie vs. Ken Shamrock
-Semi Final Fight
Gerard Gordeau vs. Kevin Rosier
Auch hier haben wir wieder einen erschreckend kurzen Fight. Gordeau deckt Rosier von Anfang an mit Schlägen und Tritten ein, bis dieser an der Ringecke sitzt. Verteidigen tut sich Rosier nicht und somit hat seine Ringecke keine andere Wahl als nach bereits 1:03 Minuten das Handtuch zu werfen. Erwähnen sollte man vielleicht, das Gordeau diesen Fight mit einer gebrochenen Hand bestritt, die er sich in seinem Fight gegen Tuli zuzog.
Gerard Gordeau besiegte Kevin Rosier via submission (towel throw) (1:03)
-Semi Final Fight
Royce Gracie vs. Ken Shamrock
Bill Wallace meinte vor dem Fight, das uns ein langer und strategisch interessanter Kampf zu erwarten hätte, also könnt ihr euch sicherlich vorstellen, das es wieder ganz anders kommt.
Royce gleich am Anfang mit dem Shoot und beide Kontrahenten rollen sich über den Boden. Gracie nun in Shamrocks Half guard. Shamrock gibt den Rücken frei und Gracie hat keinerlei Probleme den Rear Naked Choke anzusetzen.
-Royce Gracie besiegte Ken Shamrock durch submission (Rear Naked Choke) (0:57)
Bevor wir zum Finale kamen, wurde noch eine Ehrenzeremonie für Helio Gracie abgehalten. Ja, ihr lest richtig. Eine Selbstbeweihräucherung auf einem eigens organisierten Event. Das ist großes Kino !
-UFC Tournament Championship Match:
Royce Gracie vs. Gerard Gordeau
Das Finale von UFC1 war bezeichnend für den gesamten Event. Royce shoots, aber hat zu anfangs Probleme Gordeau auf den Boden zu kriegen, da Gerard mit Hilfe des Käfigs die Balance halten kann. Irgendwann gelingt es Royce dann doch um Gordeau anschließend wieder mit dem Choke zum tappen zu bringen.
Royce Gracie besiegte Gerard Gordeau durch Submission (Choke) (1:41) und gewinnt damit das Tournament
Fazit: Gemessen an heutigen Standarts, war UFC 1 natürlich kein guter Event. Gute Fights sucht man hier vergeblich, allerdings erlebt man hier ein Stück Geschichte das man keinem MMA-Fan vorenthalten sollte.
Der Gracie-Clan hat mit diesem Event einen marketingtechnischen Volltreffer gelandet, wenn man bedenkt wie man ihren BJJ-Schulen in Nordamerika anschließend die Türen eingerannt hat. Ein Großteil des Publikums verstand überhaupt nicht was sich im Octagon abgespielt hat und deshalb sollte es nicht verwundern, wenn die Mehrzahl vorher eher den Sumoringer Tuli als Sieger des Tournaments erwartet hätten, als Royce Gracie.
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UFC 2 - No Way Out
Herzlich Willkommen zum Zweiten meiner regelmäßigen Rückblicke auf die Classics aus dem Octagon. Da ich versuche chronologisch vorzugehen, richtet sich mein heutiger Blick auf UFC 2 – No Way Out. Dieser Event war, wie der Name bereits sagt, der zweite UFC-Event in der Geschichte. Die UFC entschloss sich im beschaulichen Denver zu verweilen und bookte den Mammoth Garden am 11.März 1994. 2000 Zuschauer wollten das Spektakel vor Ort miterleben, 300.000 Zuschauer wählten den bequemen PPV-Weg. Wie es bei den früheren UFC-Events beliebt war, stand auch dieses Mal wieder ein Tournament im Vordergrund. Statt den 8 Fightern, traten dieses Mal jedoch 16 an. Mehr Fights bekam der gemeine MMA-Fan jedoch nicht geboten, da die UFC sich entschloss, nur die letzen 8 Fights überhaupt zu übertragen. Auch das Preisgeld wurde um 10.000$ hochgeschraubt und somit warteten 60.000$ auf den glücklichen Gewinner, der eigentlich wie bei UFC 1 bereits schon vorher feststand.
Allein die Tatsache, dass man das Kommentatorenteam neu strukturiert hat, sollte man separat hervorheben. Bill „Superfoot“ Wallace musste nun nicht mehr vom Zuschauer ertragen werden, dafür wurde Brian Kilmeade zum Head-Kommentator ernannt. Kilmeade ist uns noch bekannt, da er bei UFC-1 für die Post-Fight Interviews verantwortlich war. Wieder dabei ist Jim Brown der gleich zu anfangs etwas sehr weises von sich gibt: „If you don't know how to fight on the floor, don't come out here“ … Kaum zu glauben. Dreizehn Jahre später ist so eine Aussage natürlich noch immer aktuell. *Viele Grüsse an dieser Stelle an Brock Lesnar * … auch wenn das wieder einige Beschwerde PM´s nach sich ziehen wird.
Folgende Fighter traten bei diesem Tournament an, inkl. Ihrer Fight Styles:
- Patrick Smith (Kickboxing)
- Ray Wizard (Karate)
- Scott Morris (Ninjutsu)
- Sean Daugherty (Karate)
- Johnny Rhodes (Karate)
- David Levicki (Kung Fu)
- Thaddeus Luster (Freestyle)
- Frank Hamaker (Sambo)
- Remco Pardoel (Jiu Jitsu)
- Alberta Cerra Leon (Freestyle)
- Orlando Weit (Kickboxing)
- Robert Lucarelli (Kickboxing)
- Jason Delucia (Kung Fu)
- Scott Baker (Kung Fu)
- Royce Gracie (Gracie Jiu Jitsu)
- Minoki Ichihara (Karate)
Round 1:
[Prelim]: Scott Morris besiegte Sean Daugherty durch Submission (Guillotine Choke) (0:20)
[Prelim]: Patrick Smith besiegte Ray Wizard durch Submission (Guillotine Choke) (0:58 )
[Prelim]: Johnny Rhodes besiegte David Levicki durch Submission (Strikes) (12:13)
[Prelim]: Frank Hamaker besiegte Thaddeus Luster durch Submission (Towel Throw) (5:00)
[Prelim]: Remco Pardoel besiegte Alberta Cerra Leon durch Submission (Armlock) (9:51)
[Prelim]: Jason DeLucia besiegte Scott Baker durch Submission (Strikes) (6:41)
[Prelim]: Orlando Weit besiegte Robert Lucarelli durch Submission (towel throw) (2:50)
Dieser Fight war der einzige Prelim-Fight der als Zusammenfassung gezeigt wurde. Wenn man ihn sah, wusste man auch warum, denn der Fight zählt für mich zu den brutalsten Fights in der UFC Geschichte: Gegen Ende trifft Weit, Lucarelli mit dem Knie ins Gesicht, als dieser auf dem Boden sitzt (nach heutigen Regeln natürlich ein illegaler Move). Weit glaubt der Kampf ist vorbei und wendet sich von seinem Gegner ab. Allerdings wird der Kampf noch nicht abgebrochen und somit setzt Weit nochmals mit 4 Ellbogenschlägen an Lucarellis Hinterkopf nach (ebenfalls heute illegal), bis die Ringecke endlich das Handtuch wirft.
[Prelim]: Royce Gracie vs. Minoki Ichihara
Hierbei handelt es sich um einen weiteren Prelim-Fight, der trotzdem aufgrund von Royce´ Beteiligung übertragen wurde. Vor diesem Matchup wurde dieser Fight als Dream-Fight dem Publikum verkauft, den man eigentlich lieber im Finale gesehen hätte. Ichihara ist ein Schwarzgurt in Karate der nach diesem Fight nicht mehr im MMA antrat und nach eigenem Bekunden unbedingt gegen Royce Gracie antreten wollte.
Der Fight selbst ähnelt den sonstigen Performances Gracies sehr genau. Royce eröffnet mit einem schnellen Takedown und setzt Ichihara von Beginn an unter Druck. Nach 5:08 Sekunden gelingt Gracie ein Collar-Choke, der sowohl von den Kommentatoren als auch vom Referee fälschlicherweise als Armbar bezeichnet wurde.
Royce Gracie besiegte Minoki Ichihara durch Submission (Collar-Choke) (5:08 )
-Quarterfinal Fight:
Patrick Smith vs. Scott Morris
Zu Beginn des Fights stürmt Morris auf Smith zu und beide gehen in den Clinch. Morris versucht einen Takedown, doch Smith verlagert clever sein Gewicht, bringt Scott zu Boden und landet direkt in der Mount-Position. Von da an regnet es Schläge und Ellbogen auf das Gesicht von Morris der nun keinerlei Gegenwehr mehr leistet.
Sehr starke Performance von Patrick Smith, der sich zum Shamrock-Fight sehr gesteigert hat was sein Grappling betrifft.
Patrick Smith besiegte Scott Morris durch KO (0:30)
-Quarterfinal Fight:
Johnny Rhodes vs. Fred Ettish
Rhodes ist sage und schreibe 39 Jahre alt und hat bereits einen 12-Minuten Fight in den Knochen. Fred Ettish war ein „Alternate“, da Frank Hamaker verletzungsbedingt nicht mehr am Tournament teilnehmen konnte.
Der Beginn des Fights ist noch recht verhaltend. Beide versuchen sich im Standup auszucontern. Ettish hält seine linke Hand zu weit unten und Rhodes schickt ihn mit zwei Schwingern zu Boden. Auf dem Rücken liegend, versucht Ettish es mit einigen Legkicks. Rhodes setzt nach und trifft den am Boden liegenden Fred mit einem Schlag am Kopf. Ettish rollt sich auf den Bauch und gibt den Rücken frei. Rhodes schlägt allerdings kein Kapital heraus sondern versucht es weiterhin mit wilden Schwingern. Rhodes steht anschließend wieder und Ettish bleibt weiterhin auf dem Boden sitzen. Beide belauern sich weiterhin und man kann schon deutlich eine starke Augenverletzung an Ettish´s linkem Auge ausmachen. Rhodes fällt wieder über dem am Boden liegenden Ettish her und das Szenario wiederholt sich aufs Neue. Fred gibt den Rücken frei und endlich kann Rhodes den Choke ansetzen und bringt Ettish zum tappen.
Eine kleine Randnotiz zu dem Fight:: *Achtung Ironie* Solltet ihr auch so beeindruckt über Fred Ettish´s Performance gewesen sein, kann ich euch nur folgende Online-Petition ans Herz legen, mit der man Zuffa dazu bringen will, Ettish einen weiteren UFC-Run zu geben: http://www.petitiononline.com/ettish/petition.html
Johnny Rhodes besiegte Fred Ettish durch Submission (Rear Naked Choke) (3:07)
-Quarterfinal Fight:
Remco Pardoel vs. Orlando Weit
Auch hier haben wir wieder einen sehr brutalen Fight. Pardoel ist neben Royce der einzige Jiu-Jitsu-Fighter im Teilnehmerfeld und ist Orlando Weir körperlich in allen Belangen überlegen. Remco ist fast 90lbs schwerer und wurde on UFC-1-Finalist Gerard Gordeau trainiert. Die Frage vor dem Kampf war natürlich, ob Weit mit seiner Schnelligkeit die körperlichen Defizite ausgleichen könnte. Wenn man das Kommentatorenteam bei diesem Fight hört, kann man deutlich vernehmen das sie Orlando Weit zum Star machen wollen. Blöderweise haben sie diese Rechnung nicht mit dem Niederländer Pardoel gemacht, der Weit schnell zu Boden bringt und eine Crucufix-Position anbringt. Weit verteidigt sich zu anfangs noch gut. Der erste Elbow von Pardoel trifft, und Weit wird gerocked. Der zweite elbow trifft und Weit ist bewusstlos. Die weiteren 4 Ellbows die auf Weits Kopf einregnen bringen ihn fast um. Orlando bleibt leblos auf dem Octagonboden liegen.
Remco Pardoel besiegte Orlando Weit durch KO (Elbow on the ground) (1:29)
-Quarterfinal Fight:
Royce Gracie vs. Jason Delucia
Delucia verkürzt die Distanz zu Beginn des Fights und bringt Royce gleich zu Boden. Gracie dreht sich heraus und landet in Delucias Full Mount. Schneller Positionswechsel von Royce, der umgehend einen Armbar ansetzen kann. Delucia ist gezwungen zu tappen. Big John McCarthy geht allerdings viel zu spät dazwischen, da Jasons Tapout erst nach cirka 10 Sekunden als solches erkannt wird. Die Kommentatoren sind sich einig, das Delucias Arm gebrochen ist.
Royce Gracie besiegte Jason Delucia durch Submission (Armlock) (1:07)
- Semi-Final Fight:
Patrick Smith vs. Johnny Rhodes
Es war Zeit für das erste Halbfinale. Beide belauern sich im Standup und Rhodes trifft mit einer harten Gerade. Smith schüttelt nur seinen Kopf, was meistens ein Indikator dafür ist, dass er gut getroffen wurde. Beide tauschen Legkicks aus, und landen im Clinch. Nach einem Head butt, bringt Patrick Smith einen guillotine Choke an und Rhodes ist gezwungen zu tappen. Ein schneller und dominanter Sieg von Pat Smith, der sich im Interview anschließend als den besten Shootfighter der Welt bezeichnet.
Patrick Smith besiegte Johnny Rhodes durch Submission (Guillotine Choke) (1:07)
- Semi-Final Fight:
Royce Gracie vs. Remco Pardoel
Royce versucht es früh mit dem Shoot-In und er bringt den viel größeren Niederländer zu Boden. Pardoel kämpft zwar stark gegen an, doch Gracie schnappt sich gleich den Rücken. Beide verteidigen sich auf dem Boden sehr gut, und bisher ist der Fight ein reiner Jiu-Jitsu-Fight, bis Royce mit Hilfe des Gui´s einen Choke ansetzen kann.
Dieser Fight öffnete den Zuschauern ein wenig die Augen, da sie mitbekamen, das Gracie auch starke Jiu-Jitsu Fighter die nicht auf den Namen Gracie hören dominieren kann.
Royce Gracie besiegte Remco Pardoel durch Submission (lapel choke) (1:31)
- UFC 2 - Tournament Final
Royce Gracie vs. Patrick Smith
Royce tänzelt durch das Octagon bis Smith es mit dem Shoot-In versucht. Beide landen im Clinch und Royce bringt Smith zu Boden. Royce ist auf dem Boden sehr stark und es ist nur eine Frage der Zeit bis er die Fullmount-Position innehat. Dann feuert er einige Schlagsalven ab und Smith muss überraschend schnell austappen.
Royce Gracie besiegte Patrick Smith durch Submission (strikes) (1:17) und wird somit UFC2 – Tournament Champion.
Fazit: Produktionstechnisch war UFC2 mit Sicherheit ein riesiger Fortschritt. Man hatte schon deutlich das Gefühl, das die antretenden Fighter sich richtig auf den Einsatz im Octagon vorbereitet hatten, was natürlich weitaus bessere Fights zu Folge hatte, als es bei UFC 1 der Fall war. Die Tatsache, dass Big John McCarthy der Referee war, wertet den Event auch nochmals auf, auch wenn es natürlich nicht seine stärkste Performance war. Mindestens drei Fights wurden zu spät abgebrochen und wären natürlich unter den heutigen Regeln nicht mehr umsetzbar gewesen. Aber im Großen und Ganzen war UFC 2 ein wirklich respektabler Event, den man allen MMA-Fans die etwas über die Geschichte des Sports lernen wollen durchaus zeigen sollte.
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UFC 3 - The American Dream
Royce Gracie kehrt zurück und ist drauf und dran den Hattrick zu erzielen, das heißt den dritten Turniersieg in Folge. Ob er es schafft erfahrt ihr hier in der dritten Ausgabe meiner Ultimate Classics.
Sechs Monate nach UFC 2, bookte die UFC am 9.September 1994 das Grady-Cole-Convention-Center in Charlotte, North Carolina. Es war der erste Event außerhalb von Denver und da die „Ultimate Fighting Championships“ einen kleinen Boom zu dem Zeitpunkt erlebte, war die Arena mit einem Fassungsvermögen von 3000 Plätzen auch ausverkauft.
Als Format wählte man dieses Mal ein 8-Men Tournament, bei dem der Sieger die Chance hatte 60.000$ abzustauben. Aber eigentlich wollten alle nur einen Fight sehen. Royce Gracie vs. Ken Shamrock II, ein Dreamfight für die Massen derzeit. Eröffnet wurde die Show mit einer Zusammenfassung von Royce´7-Fight-Winning Streak, und der sich immer wiederholenden Behauptung, das Gracie-Jiu-Jitsu alles zerstören würde.
Zum zweiten Mal in Folge, wird der Event von Brian Kilmeade, Jim Brown und Ben Perry kommentiert. Brown gibt gleich als erstes an, das er nicht glaubt, das irgendjemand Royce Gracie besiegen kann und alle widmen sich den heutigen Regeln des Events und den Styles, die heute auf dem Programm stehen.
Hier wieder die Fighter mit ihren dazugehörigen Fight-Styles:
- Emmanuel Yarborough (Sumo)
- Keith Hackney (Kenpo Kung Fu)
- Ken Shamrock (Shootfighting)
- Christopher Leininger (Judo)
- Roland Payne (Muay Thai)
- Harold Howard (Karate)
- Kimo Leopoldo (Freestyle)
- Royce Gracie (Gracie Jiu Jitsu)
- (Alternate) - Felix Lee Mitchell (Kung Fu)
- (Alternate) - Steve Jennum (TaiJitsu)
-Quarterfinal Fight:
Emmanuel Yarborough vs Keith Hackney
Yarborough ist der schwerste Teilnehmer der jemals bei der UFC antrat. Ganze 616 lb bringt er auf die Waage und ist dazu auch noch 6“8 groß. Hackney ist dagegen der völlige Gegensatz und hat seinem Gegner ein Gewichtsdefizit von 416lb zu beklagen.
Hackney versucht zu Beginn des Fights die Distanz auf seinen Gegner zu wahren und trifft mit einigen Legkicks. Eine Overhand-Right folgt, Yarborough taumelt zurück und landet mit dem Hintern auf dem Boden. Hackney will nachsetzen mit einigen Schlägen, doch Emmanuel schafft es irgendwie sich zu drehen, hat Keith´ Rücken plötzlich aber versucht es nur mit wilden Schwingern an den Hinterkopf. Hackney kann sich befreien und beide gehen in den Clinch. Plötzlich wird Hackney durch die Octagontür geworfen und der Fight wird unterbrochen. Beide stellen sich neu auf und Big John gibt den Kampf wieder frei. Yarborough geht auf Hackney zu und dieser versucht es ein bisschen mit Counterpunching. Bei einem Kick von Keith, ergreift Emmanuel das Bein, was Hackney einlädt eine Schlagsalve auf den Kopf abzufeuern. Yarborough ist getroffen und taumelt zu Boden. Hackney setzt nach und verpasst Yarborough knapp 30 Schläge an den Hinterkopf, bis Big John dazwischen geht.
Keith Hackney besiegte Emmanuel Yarborough durch TKO (Strikes) (5:08 )
-Quarterfinal Fight:
Ken Shamrock vs Cristopher Leininger
Der Fight braucht sage und schreibe 45 Sekunden, bis beide Fighter überhaupt Kontakt zu einander herstellen. Sie beginnen sofort zu clinchen und Shamrock schafft den Takedown. Leininger hält Shamrock in der Guard und versucht es mit einigen Schlägen vom Boden aus, die allerdings keinerlei Schaden bei Shamrock ausrichten können. Beide versuchen es gegenseitig mit Headbutts und dann sehen wir kurzfristig Lay&Pray was heute dazu vermutlich geführt hätte, das der Fight wieder ins Standup gestellt worden wäre. Leininger dann mit dem Triangle-Versuch, den Shamrock allerdings abwehren kann und selbst nun den Rücken von Leininger zu fassen kriegt. Shamrock jetzt mit dem Choke-Versuch und Leininger versucht sich zu befreien. Jedoch schafft er sich es nicht und als sein Gesicht an den Käfig gepresst wird, tappt er aus.
Ken Shamrock besiegte Christopher Leininger durch Submission (Choke) (4:48 )
-Quarterfinal Fight:
Roland Payne vs Harold Howard
Hier haben wir einen eher spektakulären Fight. Payne schafft schnell den Takedown, doch Howard rollt heraus und versucht es mit einem Kick und einigen Elbows. Wieder schafft Payne den Takedown doch Howard wehrt sich und versucht sich selbst an einem Suplex, jedoch ist Payne schnell wieder auf den Beinen und beide beginnen zu clinchen. Einige Low-Kicks von Payne, doch Howard dreht den Spieß um und knockt seinen Gegner mit einer unglaublichen Rechten nach nur 44 Sekunden aus.
Harold Howard besiegte Roland Payne durch KO (Strike) (0:44)
-Quarterfinal Fight:
Royce besteigt das Octagon mit seiner ganzen Sippe. Kimo kommt mit einem gigantischen Holzkreuz dazu. Viel Show also wieder bevor der Fight überhaupt beginnt. Kilmeade zieht sogar einen Vergleich zur WWE, ein Gedanke der mir sicher auch in den Sinn kam.
Gracie versucht früh den Takdown und beide clinchen am Octagonrand. Wie beim Keith Hackney-Fight, öffnet sich die Octagontür aber der Kampf wird nicht abgebrochen. Royce versucht es mit einem sweep, aber irgendwie schafft es Kimo auf Royce´ Rücken und versucht nun einen Choke anzusetzen. Nach einer kurzen Zeit dreht Gracie das Ganze um und liegt nun in Kimos Guard. Kimo Reversed wieder und Royce versucht es mit einem Arm-triangle, den er allerdings nicht richtig ansetzen kann. Der Fight gerät wieder ins Standup und Kimo bringt Royce gleich wieder zu Boden. Royce findet aber die Lücke und setzt einen Armlock an… Kimo ist gezwungen zu tappen.
Bereits beim Verlassen des Octagons merkt man , das Gracie dieser Fight physisch stark zugesetzt hat. Das Kommentatorenteam ist erstmals fassungslos, da man Royce niemals so fertig sah. Vielleicht war es doch nicht so clever von ihm, vor dem Event stärkere Gegner zu fordern, wie es von Kilmeade am Anfang des Events angekündigt wurde.
Royce Gracie besiegte Kimo Leopoldo durch Submission (Armlock) (4:40)
Nach dem Fight wird bekannt gegeben, das Keith Hackney sich in seinem Fight mit Yarbrough verletzt habe. Felix Lee Mitchell ist der Alternate der nun gegen Ken Shamrock antreten muss.
Semi-final-Fight:
Ken Shamrock vs Felix Lee Mitchell
Gleich zu Beginn des Fights, versucht Shamrock, Mitchell zu Boden zu bringen. Letzterer, hält sich aber am Octagon fest und kann so die Balance halten. Beide clinchen exzessiv weiter und Mitchell verwendet das Octagon immer wieder als Hilfe. Shamrock versucht es mit einem Choke im Stehen, der kann von Mitchell aber abgeblockt werden. Es wird weiter geclincht und einige Knie ausgetauscht. Der Kampf ist nun fast vier Minuten alt und bisher ist fast nichts passiert. Irgendwann hat Shamrock erbarmen, schafft den Takedown und schlägt auf Mitchell ein. Dieser erträgt es jedoch nicht ab, dass ihm ins Gesicht geschlagen wird und gibt nun den Rücken frei. Für Ken Shamrock ist das natürlich ein gefundenes Fressen der sogleich den Rear Naked Choke ansetzen kann. Nach 4:34 Minuten muss Felix Lee Mitchell tappen.
Ken Shamrock besiegte Felix Lee Mitchell durch Submission (Choke) (4:34)
Semi-final-Fight:
Harold Howard vs Royce Gracie
Royce macht sich auf den Weg ins Octagon. Er wirkt zwar recht müde aber bereit. Rich Goins kündigt beide Fighter auf seine übliche Weise an und Big John Mc Carthy geht in Royce´Ringecke um mit ihm zu reden. Gracie schüttelt nur den Kopf und seine Ringecke wirft das Handtuch. Gracie gibt aufgrund von Erschöpfung auf! Anschließend kommt Kimo ins Octagon gerannt und lässt sich feiern, bis Big John ihn rausschmeißt. Brown fragt sich, ob ein Alternate nun antreten muss, da der Kampf nie gestartet wurde. Aber so kommt es nicht, da die UFC zu wenig Alternates vor Ort hat. Ganz nebenbei wird erwähnt, dass auch Ken Shamrock sich verletzungsbedingt aus dem Tournament verabschieden muss. Und damit wird Harold Howard kurzum ins Finale gesetzt.
Somit bekommen wir ein Finale zwischen Harold Howard (der gerade mal 44 Sekunden im Octagon heute stand) und Alternate Steve Jennum, der zum ersten Mal überhaupt antritt.
Harold Howard besiegte Royce Gracie durch Forfeit (towel throw) (0:00)
UFC 3 - Tournament Final - Fight:
Harold Howard vs Steve Jennum
Gleich zu Beginn des Fights trifft Jennum mit einer starken Rechten und öffnet einen Cut an Jennums Gesicht. Jennum seinerseits versucht es mit dem Takedown aber wird sofort in einer Guillotine gefangen. Beide gehen zu Boden, und Jennum schafft es sich aus dem Submissionhold zu befreien. Der Fight wird im Standup weitergeführt und beide Treffen nun mit einigen Geraden. Jennum schafft wieder den Takedown, kriegt die Full-Mountposition und lässt einige Schläge folgen, die Howards Ringecke dazu bewegt, das Handtuch zu werfen.
Steve Jennum besiegte Harold Howard durch Submission (towel throw) (1:27)
Fazit: Der Event begann eigentlich sehr vielversprechend, endete jedoch in einer einzigen Katastrophe. Bis zu den Halbfinalfights war UFC 3 mit Sicherheit der beste Event bisher. Es wurde alles geboten: Spektakel (Hackney vs. Yarborough), ein Grapplingmatch (Leininger vs. Shamrock), ein Slugfest (Howard vs. Payne) und natürlich die Tatsache, das Royce Gracie gegen Kimo erstmals an sein Limit musste. Das die UFC auf einer Erfolgswelle schwamm, brachte mit Sicherheit auch bessere Teilnehmer an Land und mal abgesehen von Yarborough wirkte kein Fighter so, als hätte er nichts im Octagon zu suchen.
Ab der Mitte, verkam der Event jedoch zu einem Debakel. Jennum als Sieger des Tournaments interessierte die Zuschauer laut ihren Reaktionen überhaupt nicht, da durch die ganzen Verletzungen während des Events alle Publikumsmagneten bereits beim Halbfinale eliminiert waren.
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UFC 4 - Revenge of the Warriors
Herzlich Willkommen zum Vierten meiner regelmäßigen Rückblicke auf der vergangen Glanzzeiten des Octagons. Dieses Mal setze ich mich mit UFC 4 – Revenge of the Warrior auseinander.
Für diesen Event wurde am 16.Dezember 1994 der Expo-Center-Pavilion in Tulsa Oklahoma gebookt und die 6000 Fans wollten eigentlich nur eines sehen: Wie Royce Gracie sich im Octagon präsentieren wird, nachdem er seine erste Niederlage einstecken musste.
Das Kommentatorenteam wurde, mal abgesehen von Football-Legende Jim Brown, fast vollständig ersetzt. Für Brian Kilmeade wurde Bruce Beck eingesetzt, der durch seine bloße Anwesenheit, dem Event eine gewisse Professionalität verleiht. Der Dritte im Bunde ist erstmals Jeff Blatnick, der 1984 in der Superheavyweight-Division im Greco-Roman-Wrestling die Goldmedaille gewann. Er steht zu Beginn des Events auch gleich im Octagon und erklärt, das die Eingänge nach den Vorfällen bei UFC 3 als Emmanuel Yarborough , Keith Hackney durch die Tür schmiss, neu abgeriegelt wurden, damit so etwas unprofessionelles nicht noch einmal passieren könnte.
Hier nun wie üblich die antretenden Fighter inklusive ihrer Fight-Styles:
- Royce Gracie (Gracie Jiu-Jitsu)
- Ron van Clief (Karate)
- Keith Hackney (Kenpo Kung Fu)
- Joe Son (Josondo)
- Steve Jennum (TaiJitsu)
- Milton Bowen (Boxing)
- Dan Severn (Wrestling)
- Anthony Macias (Muay Thai)
Bei diesem Event wurden vor der Show auch schon einige Alternate-Fights abgehalten, die ein ähnliches Fiasko wie bei UFC 3 verhindern sollen, als Steve Jennum völlig unverdient im Finale stand und sogar den Tournament-Sieg einfahren konnte.
Zwei Alternate-Fights standen auf dem Programm:
Alternate Fights
Joe Charles besiegte Kevin Rosier durch Submission (Armbar) (0:14)
Marcus Bossett besiegte Eldo Dias Xavier durch KO (4:55)
-Quarterfinal Fight:
Royce Gracie vs. Ron van Clief
Ron “The Black Dragon” van Clief ist mit 51 Jahren bis heute der älteste Teilnehmer aller UFCs und will unter allen Umständen gegen Royce Gracie antreten.
Der Fight beginnt mit einem schnellen Frontkick von Clief, doch Royce bekommt das Bein zu fassen und schafft umgehend den Takedown , hält Clief in der Sidecontrol und bearbeitet die Rippen von ihm mit einigen Schlägen. Royce lässt einige Elbows und Schläge an den Hinterkopf folgen und der „Black Dragon“ gibt den Rücken frei. Royce arbeitet sich jetzt langsam zum Rear Naked Choke vor und schafft es auch diesen anzusetzen. Ron Van Clief muss aufgrund dessen austappen. Eine problemlose erste Runde für Royce Gracie.
Royce Gracie besiegte Ron van Clief durch Submission (Rear Naked Choke) (3:39)
-Quarterfinal Fight:
Keith Hackney vs. Joe Son
Beide Teilnehmer sind uns noch aus der vorherigen UFC bekannt. Joe Son trat als Manager von Kimo auf und Hackney verletzte sich seine Hand an Emmanuel Yarboroughs Eisenschädel.
Son betritt die Arena ebenso wie Kimo bei UFC 3, mit einem gigantischen Holzkreuz das er jedoch kaum stemmen kann. Vielleicht hätte man ihm eine etwas kleinere Variante auf die Schultern heben sollen, denn der Größenunterschied zu Kimo ist nicht von der Hand zu weisen.
Joe Son schafft schnell den Takedown und verlagert sich in die Sidecontrol. Son nun mit dem Guillotineversuch bis Hackney es schafft aufzustehen und erst einmal gepflegt einen Uppercut in Joe Sons Kronjuwelen jagt. Dieser versucht aber noch weiter die Guillotine zu halten. Nun schafft es Hackney, Joe Son zu Boden zu bringen und nun seinerseits in der Sidecontrol zu landen. Noch immer in der Guillotine gefangen, schlägt Hackney wie ein Irrer auf Joe Sons Genitalien ein, womit er sich sehr schnell den Unmut des Publikums zuzieht, das nun lauthals anfängt ihn auszupfeifen. Mit der linken Hand, hält Hackney nun Son die Kehle zu und mit der rechten versucht er weiterhin Tiefschläge auszuteilen. Joe Son tappt nun aus, und eine persönliche Note meinerseits: Ich kann es ihm nicht verübeln…
Beck fügt an, das Hackney sich mit dieser Performance nicht viele Fans gemacht hat, wogegen Blatnick und Brown, Hackneys Unsportlichkeiten als clever und konsequent ansehen.
Keith Hackney besiegte Joe Son durch Submission (Strikes to the groin area) (2:44)
-Quarterfinal Fight:
Milton Bowen vs. Steve Jennum
Bowen ist der ehemalige Intercontinental Heavyweight Champion der WBF und wird als der erste „echte“ Boxer angekündigt. Er trägt Grappling-Gloves, was ihn zum ersten Teilnehmer macht, der so etwas in einem MMA-Fight trägt.
Als Jennum das Octagon betritt kann man laute Buh-Rufe des Publikums ausmachen.
Jennum versucht gleich zu Beginn einigen Kicks, die jedoch ihr Ziel verfehlen. Bowen hält gut dabei die Distanz. Als er allerdings seine erste Linke abfeuert, duckt sich Jennum drunter weg und beide landen im Clinch. Jennum schafft den Takedown und landet in der Mountposition. Von da an regnet es einige Punches auf Bowen ein, der verzweifelt versucht sich zu befreien. Jennum jedoch hält sich ständig am Käfig fest um seine Balance und den Gegner zu halten und bearbeitet Bowen weiter mit Schlägen. Es folgt ein sehr harter Headbutt, doch wie durch ein Wunder ist Bowen noch immer nicht KO. Bowen schafft es sogar wieder aufzustehen und beide Clinchen im Standup weiter. Das ist aber nur von kurzer Dauer, da Jennum mit einem Hüftwurf, Bowen gleich wieder zu Boden bringt und sofort wieder die Mountposition inne hat. Es folgen einige schwache Schläge von Jennum, der sich nun auch an einer Americana versucht, die er aber nicht ansetzten kann. Weitere Schläge auf Bowen folgen, bis Jennum endlich einen Armbar ansetzen kann. Bowen tappt aus.
Steve Jennum besiegte Milton Bowen durch Submission (Armbar) (4:47)
-Quarterfinal Fight:
Anthony Macias vs. Dan Severn
Nun steht also der erste Auftritt des “Beasts” auf dem Programm und für seinen ersten Fight im Octagon bekommt er auch gleich einen dankbaren Gegner, der ihm allein vom Gewicht her fast 35 Kg unterlegen ist. Macias ist der Local Hero bei diesem Event.
Zu Beginn des Fights versucht es Macias mit einigen Legkicks. Severn mit dem Double-Leg-Takedown Versuch, doch Macias kann sich mit einem hervorragenden Sprawl oben halten und bearbeitet Severns Kopf mit einigen Elbows. „The Beast“ nun mit einem Belly to Belly Suplex, hält Macias aber weiterhin fest und lässt den nächsten Suplex folgen. Dieses Mal landet Macias auf seinem Kopf. Severn macht den Eindruck nur Wrestlen zu wollen und setzt nicht mit Schlägen nach, während er weiterhin den Rücken von Macias hält. Langsam arbeitet er sich zum Rear Naked Choke vor und schafft es irgendwann auch diesen anzusetzen. Anthony Macias ist gezwungen aufzugeben.
Dan Severn besiegte Anthony Macias durch Submission (Rear Naked Choke) (1:45)
Semi-final-Fight:
Royce Gracie vs. Keith Hackney
Nun trifft also Royce auf den Groin-Destroyer persönlich und Jeff Blatnick erwähnt gleich, das er davon ausgeht, das Hackney aufgrund seines Standups der mit Abstand schwerste Test überhaupt für Royce sein werde. Wir werden sehen…
Der Fight beginnt mit einem vorsichtigen Abtasten beiderseits. Royce versucht es früh mit einem Highkick, doch Hackney kann dem aus dem Weg gehen. Als nächstes versucht er es mit dem Takedownversuch, doch Hackneys guter Sprawl verhindert ein Gelingen. Beide versuchen es nun ein bisschen im Standup auszusluggen, wobei man anmerken muss, das Royce Boxfähigkeiten echt grausam anzuschauen sind. Beide landen nun am Käfigrand im Clinch und Hackney trifft Royce zweimal mit einem Schlag ins Gesicht. Gracie nun mit einem Thaiclinch und schafft es auch mit einigen Kniestößen zu treffen. Nun zieht Royce, Hackney zu Boden in seine Guard und versucht sich gleich mit einem Triangle-Versuch, den Hackney aber noch abwehren kann. Royce nun mit dem Versuch einen Armbar anzusetzen und kommt damit durch. Keith Hackney tappt aus. Alles in allem ein sehr guter Fight, vielleicht sogar der beste Fight der UFC überhaupt bisher.
Royce Gracie besiegte Keith Hackney durch Submission (Armbar) (5:34)
Semi-final-Fight:
Dan Severn vs. Marcus Bossett
Marcus Bossett ist der Ersatzfighter für Steve Jennum, der aufgrund von Erschöpfung das Tournament verlassen musste.
Bossett versucht zu Beginn erst einmal die Distanz zu wahren und trifft Severn gleich mit einem wunderschönen Bodykick, der „The Beast“ kurzfristig die Balance verlieren lässt. Er will mit einem Drehkick nachsetzten, doch Severn duckt sich drunter weg, schafft seinerseits den Takedown und landet in der Sidecontrol. Er wechselt schnell in die Mountposition und setzt umgehend einen Choke an. Bossett muss austappen.
Dan Severn besiegte Marcus Bossett durch Submission (Rear Naked Choke) (0:52)
- UFC 5 Qualifying Fight
Guy Mezger vs. vs. Jason Fairn
Bevor wir zum Finale kommen, steht erst noch ein UFC-5 Qualifing Fight auf dem Programm. Beide Protagonisten tragen Pferdeschwänze und schlossen ein „Gentlemens Agreement“, das keiner die Haare des anderen attackieren würde. Diese Tatsache stößt Brown übel auf, der beide abfällig als „Pretty Boys“ bezeichnet.
Beide Fighter beginnen sehr früh zu clinchen und tauschen erst einmal gegenseitig Kniestöße in die Kronjuwelen aus. Eine starke Rechte lässt Mezger zu Boden gehen und Fairn setzt sofort mit einem Guillotin-Versuch nach. Mezger kann sich befreien und bringt nun Fairn selbst zu Boden in die Mountposition. Von da an ist der Fight schon fast vorbei. Mezger schlägt auf den völlig überforderten Fairn ein, bis dessen Ecke das Handtuch wirft.
Damit hat sich Guy Mezger seinen Platz für UFC V gesichert.
Guy Mezger besiegte Jason Fairn durch TKO (Corner Stoppage) (2:13)
UFC 4 - Tournament Final - Fight:
Royce Gracie vs. Dan Severn
Royce versucht es mit einigen Frontkicks zu Beginn, kann aber nichts Wirkungsvolles landen. Severn schafft schnell den Takedown und Gracie bearbeitet mit den Fersen die Leber von Severn, was allerdings auch keinerlei Wirkung zu zeigen scheint. Severn bleibt in der Topposition für fast den gesamten Fight und wir bekommen den langweiligsten Kampf in der bis dato noch jungen UFC-Geschichte zu sehen. Reines Lay&Prey von beiden. Keine Strikes, Headbutts oder Submissionversuche der Protagonisten und nach heutigen Maßstäben hätte man den Fight mindestens 10 Mal wieder ins Standup gestellt, mal abgesehen davon, das das Publikum beide aus der Halle buhen würde. Einfach nur grausam anzuschauen.
Nach 8 Minuten kann Severn ein paar Hammerfists durchbringen, aber auch diese scheinen keinerlei Wirkung zu haben. So langsam werden auch die Zuschauer unzufrieden und verarbeiten lauthals ihren Unmut.
Inzwischen sind 10 Minuten um und erstmals frustriert es mich, das es keine Timelimits gibt.
Royce versucht es mit einem Triangle, doch Severn kann sich befreien und schlägt auf Gracie ein. Dabei läuft er fast Gefahr in einen Armbar reinzulaufen, also legt er sich wieder nur auf Gracie drauf.
Nach 15 endlos erscheinenden Minuten, rollt Royce sich ein wenig auf die Seite und bringt sich in Position für einen Armbar. Severn versucht diesen zu verteidigen, was Royce die Möglichkeit gibt einen Triangle Choke anzusetzen. Dieser sitzt fest und Dan Severn muss nach 15:49 Minuten austappen. Damit holte sich Royce Gracie seinen dritten Turniersieg im vierten Versuch. Allen Unkenrufen zum Trotz ist es schon eine beachtliche Leistung.
Royce Gracie besiegte Dan Severn durch Submission (Triangle Choke) (15:49)
Fazit: UFC 4 – Revenge of the Warrior war sicherlich ein guter Event. Daran konnte auch das langweilige Finale nichts mehr ändern. Aber die Mischung aus drei UFC-Veteranen und aufstrebenden Fightern passte ziemlich gut. Die Kastration von Joe Son war schwer anzuschauen und hinzukommend schmälert es in meinen Augen die sonst wirklich gute Leistung von Keith Hackney, den man jetzt nur noch in Erinnerung hat, wie er Joe Sons Kronjuwelen mit den Fäusten malträtiert hat.
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